Artikel-Schlagworte: „Vermieterwechsel“
BGH: Berücksichtigung von Wohnwertverbesserungen durch Wohnungsmieter bei Mieterhöhung
BGH, Urteil vom 7. Juli 2010, Az. VIII ZR 315/09 – Der Bundesgerichtshof hat am 07.07.2010 entschieden, dass Wohnwertverbesserungen, die ein Wohnungsmieter vorgenommen und finanziert hat, bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete im Rahmen von Mieterhöhungsverlangen im Regelfall nicht zu berücksichtigen sind. Der Beklagte des vom Bundesgerichtshof entschiedenen Rechtsstreits ist seit 1976 Mieter einer Wohnung in Hamburg. Aufgrund einer im Mietvertrag enthaltenen Verpflichtung baute er in die Wohnung auf eigene Kosten ein Bad und eine Sammelheizung ein. Im Februar 2008 verlangte die Vermieterin Zustimmung zu einer Erhöhung der Nettomiete von 450,28 € auf 539,95 € monatlich. Zur Begründung nahm sie auf den Mietspiegel der Stadt Hamburg Bezug und ordnete die Wohnung in das Rasterfeld C 4 ein. Dieses Rasterfeld bezieht sich auf Wohnungen mit normaler Wohnlage, Baujahr bis Ende des Jahres 1918 und einer Ausstattung mit Bad und Sammelheizung. In drei vorangegangenen Mieterhöhungsverlangen seit 1992 hatte die Vermieterin dagegen auf die ortsübliche Vergleichmiete für Wohnungen ohne Bad und Sammelheizung abgestellt. Das Amtsgericht hat der Klage der Vermieterin auf Zustimmung zur Erhöhung der Nettomiete auf 539,95 € monatlich ab 1. Mai 2008 stattgegeben. Das Landgericht hat die Berufung des Mieters zurückgewiesen.
Tags: BGH, Hamburg, Meldungen, Mieterhöhung, Miethöhe, Mietvertrag, Modernisierung, Vermieterwechsel, Vertragsrecht
BGH: Erwerber vermieteter Eigentumswohnung im Gemeinschaftseigentum wird (Allein-)Vermieter
BGH, PM 50/99 -Der VIII. Zivilsenat hatte darüber zu entscheiden, wer nach dem Kauf einer Eigentumswohnung Vermieter ist, wenn die Wohnung nach Überlassung an den Mieter in Wohnungseigentum umgewandelt worden ist und zusammen mit der Wohnung ein Raum (hier ein Kellerraum) vermietet worden ist, der im Gemeinschaftseigentum aller Wohnungseigentümer steht.
Der Kläger hatte eine solche Wohnung erworben. Seine Klage gegen den Mieter, mit der er unter anderem rückständigen Mietzins forderte, hat das Amtsgericht abgewiesen. Zur Begründung hat es ausgeführt, der Erwerber einer Eigentumswohnung sei in diesen Fällen nicht allein aktivlegitimiert, mietrechtliche Ansprüche geltend zu machen. [...]
BGH: Verjährung von Ansprüchen des Wohnraummieters gegen früheren Vermieter bei Vermieterwechsel
Verjährungsbeginn von Ansprüchen des Wohnraummieters gegen den früheren Vermieter bei Vermieterwechsel
Bundesgerichtshof, Mitteilung der Pressestelle, Nr. 96/2008 – Die Kläger verlangten von der Beklagten, ihrer damaligen Wohnungsvermieterin, im September 2005 Erstattung von Kosten für bestimmte mietvertraglich vereinbarte Aufwendungen. Die Beklagte lehnte das ab und teilte mit, dass sie das Hausgrundstück verkauft habe. Am 21. Februar 2006 wurde der Erwerber als neuer Eigentümer in das Grundbuch eingetragen. Die von den Klägern erhobene Klage auf Aufwendungsersatz ging am 22. August 2006 bei dem Amtsgericht ein. Die Beklagte hat die Einrede der Verjährung erhoben. Klage und Berufung sind aus diesem Grund ohne Erfolg geblieben.
Tags: Mieter, Verjährung, Vermieterwechsel, Vertragsrecht, Wohnraummiete